1 · Fettes & Geräuchertes
Bratwurst, Nackensteak, Bauchfleisch und stark Geräuchertes liefern viel Fett und werden bei CED häufig schlecht vertragen. Verbranntes und stark Angekohltes zusätzlich meiden.
Sommer in Ostfriesland heißt: Der Grill wird angeworfen. Wer mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) lebt, sitzt dabei oft mit gemischten Gefühlen am Tisch – zwischen Appetit und der Sorge vor dem nächsten Schub. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Auswahl können die meisten Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa entspannt mitgrillen.
Nicht das Grillen selbst ist das Problem, sondern das, was typischerweise auf dem Rost und daneben landet: fettes, stark gewürztes oder geräuchertes Fleisch, mariniertes Grillgut mit viel Zucker und Emulgatoren, rohkostlastige Salate mit fetten Dressings – und dazu Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke. Diese Kombination kann auch einen gesunden Darm fordern. Bei CED, besonders in unruhigen Phasen oder nach Darmoperationen, führt sie schnell zu Schmerzen, Blähungen oder Durchfall.
Entscheidend ist Ihre individuelle Verträglichkeit – und die aktuelle Krankheitsphase. In der Remission ist deutlich mehr möglich als im oder kurz nach einem Schub. Im akuten Schub sollten Sie auf klassisches Grillgut besser verzichten und auf magere, weich gegarte Alternativen ausweichen.
Bratwurst, Nackensteak, Bauchfleisch und stark Geräuchertes liefern viel Fett und werden bei CED häufig schlecht vertragen. Verbranntes und stark Angekohltes zusätzlich meiden.
Fertigmarinaden und -soßen enthalten oft Zucker, Süßstoffe und Emulgatoren – Zusatzstoffe, die in Studien mit Darmentzündung in Verbindung gebracht werden. Besser: selbst marinieren mit Öl, Kräutern und etwas Zitrone.
Krautsalat, Zwiebeln, Paprika roh, scharfe Dips, Alkohol und Sprudel sind häufige Auslöser. Stilles Wasser mit Zitrone oder verdünnte Saftschorle (still) sind die sicherere Wahl.
Hauptkomponente: Zanderfilet oder Hähnchenspieß, mild mariniert · Beilage: Ofenkartoffel oder Reissalat mit Joghurt-Kräuter-Dressing · Gemüse: gegrillte Zucchini und Möhren · Getränk: stilles Wasser mit Zitrone und Minze. Dazu ein Nachtisch aus Banane mit etwas dunkler Schokolade aus der Grillschale – fertig ist ein Grillabend, der satt macht und den Darm nicht überfordert.
Wichtig: CED verläuft individuell. Was die eine Person problemlos verträgt, löst bei der anderen Beschwerden aus. Ein Ernährungs- und Symptomprotokoll hilft, die persönlichen Auslöser zu erkennen.
Als Diätassistent begleite ich Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa dabei, ihre individuelle Verträglichkeit zu finden – online, mit Plan und ohne Verbotslisten. Die Kosten werden von vielen Krankenkassen anteilig übernommen (§ 43 SGB V).
Kostenloses Erstgespräch anfragen Mehr zur Ernährung bei Colitis ulcerosa
S3-Leitlinie „Klinische Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen", AWMF 073-027, Stand 02/2025. · Levine A. et al., Crohn’s Disease Exclusion Diet (CDED), Gastroenterology 2019. · Bancil A. et al., Emulgatoren und intestinale Entzündung, Gut 2021. · DGE: Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE.
Stand: Juni 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung.